Der Singkreis ist ein gemischter Chor, dessen Zweck die Pflege und Förderung des Gesangs an Gottesdiensten und kirchlichen Anlässen ist.
Regelmässig führt er kleine und grössere Konzerte auf, wobei vielfach auch Gastsängerinnen und Gastsänger mitwirken. Dabei kommt der gesellige Teil nicht zu kurz.
Gegründet wurde der Singkreis 1908 und kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückschauen (siehe auch: Broschüre 100 Jahre Singkreis Belp).
Telemanns Oratorium für den Frieden – Schweizer Erstaufführung
Die Sängerinnen und Sänger der Chorgemeinschaft Singkreis Belp/Wahlern präsentieren am 30. / 31. Oktober in der Kirche Belp und am 06. / 07. November in der Kirche Wahlern unter der Leitung von Mathias Stefan eine besondere musikalische Premiere: Zum ersten Mal wird Telemanns «Oratorium für den Frieden» in der Schweiz aufgeführt. Dieses bedeutende Werk des Barockmeisters zeichnet sich durch eine bewegende musikalische Sprache und eine zeitlose Botschaft aus. Zwischen den Oratorienteilen werden kurze Stücke aus der Hohen Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach eingefügt. Für dieses aussergewöhnliche Projekt konnten Andrea Suter, Tino Brütsch und Marcus Niedermeyr und René Perler für die Gesangs-Solopartien, das Ensemble Otium auf historischen Instrumenten, Konzertmeisterin Sabine Stoffer, und die Organistin Magdalena Malec gewonnen werden. Das Konzert verspricht ein einzigartiges Erlebnis für Liebhaberinnen und Liebhaber anspruchsvoller Chormusik und barocker Klangkunst. Die Mitwirkenden freuen sich darauf, dem Publikum ein Werk näherzubringen, das Hoffnung und Versöhnung in den Mittelpunkt stellt – aktueller denn je.
Werkbeschrieb
Georg Philipp Telemanns (1681-1767) gehört zu den bekanntesten und produktivsten Komponisten des Barock. Sein Oratorium «Holder Friede, heilger Glaube» komponierte er zur Feier des 200. Jahrestages des Augsburger Religionsfriedens im Jahr 1755. Deshalb kann es auch als Friedensoratorium bezeichnet werden. Das oratorientypisch zweiteilige Werk auf einen Text von Joachim Johann Daniel Zimmermann (1710–1767) wurde zunächst am 5.10.1755 in der Kirche St. Petri in Hamburg im Gottesdienst (Predigt zwischen den Teilen I & II) aufgeführt. Zwei Tage später umrahmte es eine im Hamburger Gymnasium gehaltene Festrede, und an den folgenden Sonntagen wurde Telemanns Oratorium auch in weiteren Hauptkirchen der Stadt musiziert. Anschliessend geriet es fast dreihundert Jahre in Vergessenheit und wurde 2017 von Reinhard Goebel, Professor für historisch orientierte Aufführungspraxis am Salzburger Mozarteum, wiederentdeckt und von der originalen Handschrift eines unbekannten Notenkopisten transkribiert und auf CD eingespielt. Die im Oratorium auftretenden Personen sind: Der Friede (Sopran), die Religion (Bariton), die Andacht (Tenor) und die Geschichte (Bass). Alle vier sind «gute» Allegorien; direkte Anfeindungen finden in diesem Stück nicht statt, von solchen wird lediglich im historischen Rückblick berichtet.
Teil I artikuliert den Dank der Hamburger Bürgerschaft im Jahr 1755 dafür, dass Religion und Friede nunmehr vereint sind. Teil II gibt einen geschichtlichen Rückblick auf den Religionsfrieden und die Lutherzeit. Beide Teile umrahmen eine Predigt.
Gleich im mehrgliedrigen Eingangsduett nehmen die Religion und der Friede auf den festlichen Anlass Bezug: Religion (Bariton) und Friede (Sopran) sind im Duett «Holder Friede, heilger Glaube» vereint. Dabei nutzt der Text für die Friedensdarstellung typische Topoi (Allgemeinplätze) und spricht vom «Kuss zwischen Friede und Glaube» und vom Ölbaum als dem Zeichen des Friedens. Musikalisch wird die Vereinigung der beiden Allegorien vorgeführt, indem beide im Duett und in Dezimen singen «dich zu küssen, und uns erst vereint zu wissen, welch ein Wohl / Ruhm ist das für mich». Ausserdem gehören der 6/8-Takt und die beiden vielfach im Terz- oder Sextabstand parallel fortschreitenden Flöten zu den typischen musikalischen Ausdrucksmitteln einer Friedensrepräsentation dieser Zeit.
In Teil II singt der Friede (Sopran) eine Gleichnisarie «So hart bey den Klippen», welche für Zion das Bild eines Schiffes verwendet, das «durch Orkane zum Hafen gebracht wird». Hier also nimmt der Dichter – wie auch an anderen Stellen des Stücks – auf die Topographie Hamburgs Bezug.
Anstelle einer Wort-Predigt werden in unserer Aufführung zwischen den beiden Oratorienteilen die Ausschnitte «Gratias agimus tibi», das Eröffnungsfragment des «Sanctus» und das «Dona nobis pacem» aus der hohen Messe in h-Moll von Johann Sebastian Bach eingefügt.
Singen Sie mit uns!
Wir suchen Nachwuchs in allen Stimmen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Sie müssen keine «Starsängerin» oder kein «Starsänger» sein, um bei uns mitmachen zu können. Es reicht, wenn Sie ein musikalisches Grundverständnis mitbringen und Freude am Singen haben. Alles weitere können Sie bei uns nach dem Motto «Übung macht den Meister» erlernen.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Chorleiter Matthias Stefan, 079 784 53 89, matthias.stefan@refbelp.ch
Projektsänger*innen
Wenn Sie nur bei bestimmten Projekten mitmachen können oder wollen, sind Sie ebenfalls herzlich willkommen, unseren Chor zu verstärken.
Die nächsten grösseren Projekte sind die musikalische Vesper am 1. November und die Aufführung des Telemanns Oratoriums «Holder Friede, heil’ger Glaube» im Spätherbst 2026.
Nehmen Sie Kontakt auf mit unserem Chorleiter Matthias Stefan, 079 784 53 89, matthias.stefan@refbelp.ch
Wiedereinsteiger*innen
Es gibt Personen, die in jüngeren Jahren einmal in einem Chor mitgemacht, später aus familiären oder beruflichen Gründen keine Zeit mehr zum Mitmachen gefunden und vielleicht auch noch den Wohnort gewechselt haben. Im fortgeschrittenen Alter, z. B. nach der Pensionierung, kann die Situation wieder anders aussehen und sich deshalb auch die Option, wieder in einem Chor mitzumachen, eröffnen.
Wenn Sie sich einen Wiedereinstieg vorstellen können, melden Sie sich ungeniert bei der Präsidentin Elvira Weber (031 819 39 33) oder dem Chorleiter Matthias Stefan (079 784 53 89).
Der Singkreis freut sich über jede Verstärkung!
Proben
Die Proben finden in der Regel jeweils am Dienstagabend von 19.30 Uhr oder 20 Uhr bis 21.45 Uhr entweder in der Kirche Belp oder im Kirchlichen Zentrum Toffen KiZe statt.
Nähere Informationen über die Daten der Konzerte und der Proben können Sie dem Probenplan und der Rubrik Agenda entnehmen.
Probenplan
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Berichte und Impressionen aus dem Chorleben
Neben den Proben und Auftritten treffen wir uns ab und zu auch zu geselligen Anlässen.